Bienensterben: was geschieht, wenn die Bienen verschwinden?

Gepostet von am Aug 15, 2013 in Allgemein, Biene | Keine Kommentare

Was sind die Gründe für das Bienensterben? Sehen wir die Honigbiene bald nur noch auf der Bienenausstellung?

Was passiert mit uns Menschen, wenn die Bienen sterben? Sehen wir die Honigbienen, diese kleinen fleißigen nektarsammelnden Insekten in unseren Gärten, bald nur noch auf der Bienenausstellung?

 

Schon Albert Einstein hat prophezeit:

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Ob es tatsächlich so kommen würde, wie Einstein behauptet, ist von vielen Faktoren abhängig. Tatsächlich wissen wir, dass eine Welt ohne Bienen deutlich an Farbe verlieren würde. Doch woran liegt es, dass die Bienen verschwinden? Und noch wichtiger: Was können wir gegen das Bienensterben tun?

Darum geht es heute. Und wie üblich würde ich mich freuen, wenn Ihr diesen Artikel mir Euren Freunden teilt, diskutiert und kommentiert.

 

Welchen Einfluss haben wir Menschen auf das Bienensterben

Die Antwort: Wir spielen eine zentrale Rolle an der existenzbedrohenden Situation der Honigbienen.

Knapp dreißig Prozent aller Bienenvölker sterben. Normal sind zehn Prozent. Zwar scheint es den Bienen in Deutschland noch recht gut zu gehen, aber vor allem die Älteren unter uns dürfte die Veränderung in unseren Gärten aufgefallen sein. Gab es in meiner Kindheit noch viele Honigbienen, die von Blüte zu Blüte summten, beobachte ich in den letzten Jahren, dass die Bienen zunehmend aus meinem Garten verschwinden. Da wundert es nicht, dass sich nach Angaben des Deutschen Imkerbundes allein in Deutschland die Zahl der Bienenvölker seit 1952 von 2,5 Millionen auf heute 1,4 Millionen halbiert hat.

Dabei sind die Gründe für das Bienensterben recht vielfältig und nicht immer in der Verschmutzung der Natur durch uns Menschen zu finden. Leider sind wir in allen Fällen daran beteiligt:

Parasiten und Krankheiten sind die dringendsten Probleme, mit dem sich Imker konfrontiert sehen. Vor allem die Varroamilbe, die Bienen aussaugt und Vieren überträgt, hat sich zu einem echten Bienenkiller entwickelt. Grund genug, warum wir Euch die Vorroamilbe auch auf der Bienenausstellung anhand von Modellen vorstellen. Allerdings sind Imker dem Befall durch die Milbe nicht ganz schutzlos ausgesetzt. Durch eine regelmäßige Behandlung können sie ihre Bienen schützen.

Andererseits gibt es noch einen Trick, mit dem Bienen ihr eigenes Volk vor Krankheiten schützen. Bienen, die von Krankheiten befallen sind, verlieren die Orientierung und kommen nicht ins Nest zurück. So kann das eigene Volk nicht infiziert oder gefährdet werden. Leider ist es im Falle von Milben und Vieren oft schon zu spät ist.

Ein weiteres Problem sind die landwirtschaftlichen Monokulturen. Hier wird nur eine Pflanzenart angebaut, was auf den ersten Blick für die Biene eine tolle Sache ist. Sie kann sich spezialisieren und an eine Blütenart gewöhnen. So kann sie in einem sehr kurzen Zeitraum mehr Nektar sammeln, als dies sonst möglich wäre.

Das Problem ist, dass dies nur innerhalb eines begrenzten Zeitfensters möglich ist. Ist das Feld abgeerntet, gibt es nur noch spärliche Alternativen, was für die Honigbiene bedeutet für den Rest des Jahres Hunger zu leiden.

Pestizide, also Giftstoffe, die zum Schutz der Pflanzen eingesetzt werden, gehören ebenfalls zu den Bienenkillern.

Zwar ist die Politik hier schon aktiv geworden, indem bestimmte Pestizide verboten wurden, nur bleibt die Frage, ob dies ausreicht. Vor allem, weil man jetzt wieder auf ältere Pestizide zurückgreift. Diese werden versprüht und setzen sich auf der Oberfläche der Pflanzen ab. So schaden schon die Berührungen mit Blüten oder Blättern und nicht nur das bloße Anknabbern der besprühten Pflanzen.

Auch stehen gentechnisch manipulierte Pflanzen im Verdacht, ihren Teil am Bienensterben beizutragen. Und auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung gegen den Einsatz der Gentechnik in Nahrungsmitteln ist, werden wir uns dem kaum entziehen können. Denn solange es keine zuverlässigen und unabhängigen Langzeitstudien gibt, die eine Gefahr für uns Menschen und Bienen belegen, wird man in manchen Ländern gentechnisch manipulierte Pflanzen anbauen. Auch wir müssen also damit rechnen, dass diese Pflanzen in Zukunft auf unseren Äckern wachsen und Tellern landen.

Und dann gibt es noch elektromagnetische Wellen, die beispielsweise von Handy-Masten stammen und laut Forschungen ebenfalls einen Einfluss auf die Entwicklung der Bienen zu haben scheinen.

Doch auch bei der Biene selbst kann der Grund gesucht werden. Die mangelnde Anpassungsfähigkeit mancher Bienenarten führt dazu, dass der Klimawandel – der von uns Menschen mit verursacht und beschleunigt wird – zu einem ernsten Problem für die Bienenpopulation wird.

So haben beispielsweise Bienen, die sich im Laufe ihrer Entwicklung an kalte Bergregionen angepasst haben, durch den kontinuierlichen und schnellen Temperaturanstieg das Nachsehen. Sind sie nicht in der Lage sich schnell anzupassen, übernehmen besser angepasste Tiere ihren Lebensraum. Als Folge verschwindet die Biene aus diesem Gebiet.

Ein weiterer und überraschender Grund für das scheinbare Bienensterben ist ein nachlassendes Interesse an der Imkerei, sagte beispielsweise der Präsident der European Society for Bee Research, Robin Moritz in einem Interview. Zwar nimmt das Interesse an den Honigbienen hierzulande wieder zu, aber vor allem in Osteuropa hat die sich verändernde politische Landschaft zu einem nachlassenden Interesse am Imkern geführt. Grund hierfür ist, dass in der Vergangenheit die Honigproduktion durch den Staat unterstützt wurde. Nach dem Systemwechsel entfiel die Unterstützung und Imkern erscheint vielen wirtschaftlich nicht mehr so attraktiv.

 

Wozu führt das Bienensterben?

Auch wenn es, gerade in Deutschland, noch nicht so schlimm scheint, das Bienensterben kann auch für uns Menschen zu einer großen Bedrohung werden. Mit fatalen Folgen für das ökologische Gleichgewicht. So bestäuben Bienen etwa 170.000 der insgesamt 380.000 weltweit vorkommenden Pflanzen. Sie sind nunmal die Bestäuberinnen der Welt.

Rund ein Drittel der Pflanzen wie Äpfel, Beeren, Birnen, Zitronen, Kirschen, Orangen, oder Pflaumen werden von uns Menschen als Lebensmittel verwendet oder verarbeitet. Würden diese innerhalb kurzer Zeit wegfallen, könnten wir unsere Bevölkerung nicht mehr versorgen. Die Folge wäre, dass viele Menschen trotz ihrer Anpassungsfähigkeit, verhungern müssten.

Allerdings hätte das Verschwinden der Bienen härtere Konsequenzen für die Tierwelt. Denn so wie wir, ernähren sich auch viele Vögel, Käfer und Primaten von Pflanzen und Pflanzensamen, die wiederum auf die Bienen angewiesen sind. Als Folge käme es unweigerlich zu einem Artensterben.

 

Wird die Honigbiene aussterben?

Irgendwann wahrscheinlich. Artensterben ist nicht neu auf unserem Planeten und scheint eher die Regel als die Ausnahme.

Fragt man Professor Jürgen Tautz, ob die Bienen aussterben werden, sagt er dazu: »Ein Risiko besteht auf jeden Fall, so wie für jeden Organismus. Doch jeder Mensch kann noch etwas dazu beitragen, dass es erst gar nicht so weit kommt.«

Wir können und sollten aktiv werden, um das Bienensterben zu verhindern.

 

Was wir tun können, um das Aussterben der Bienen zu verhindern

Am wichtigsten scheint es, dass wir mehr Interesse an der Biene, ihrem Honig und ihrem wertvollen Bienenwachs entwickeln. Steigt die Anzahl der Imker wieder, steigt die Zahl der Bienen.

Wir können aber noch mehr tun:

  • Wir können so viele einheimische Blütenpflanzen wie nur möglich in unseren Gärten pflanzen und den Bienen und anderen Insekten ein Zuhause bieten.
  • Wir können neue und abwechslungsreiche Biotope anlegen, in denen sich Pflanzen und Insekten ungestört vermehren und entwickeln können.
  • Wir sollten mehr Insektenhotels, die man ganz einfach selbst bauen kann, in unseren Gärten und Balkonen aufhängen.
  • Und wir können wieder vermehrt mit dem Imkern anfangen. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Denn vor allem in der Stadt schmeckt der Honig besonders lecker, da es hier keine Monokultur, sondern eine Vielzahl an Blüten gibt, aus denen die Biennen Honig gewinnen.

Besonders ernst nehmen die Chinesen das Problem des Bienensterbens. Zwar sind hier gerade mal 10 Prozent der Bienenvölker betroffen, trotzdem unternehmen sie erste Versuche zur künstlichen Bestäubung, wie das arte Video sehr schön zeigt:

Ob die düstere Vision von Albert Einstein eintritt, der sagt: »Wenn die Biene einmal ausstirbt, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben«, bleibt abzuwarten.

Ich für meinen Teil bin optimistisch: Zwar haben die Bienen ein ernstes Existenzproblem, an dem wir Menschen einen Großteil der Verantwortung tragen, aber wir scheinen bereit zu sein, uns für die Bienen einzusetzen.

Was wollt Ihr tun, um die Biene in Zukunft nicht nur auf der Bienenausstellung zu sehen? Habt Ihr schon ein Insekten- oder Bienenhotel aufgestellt, Blütenpflanzen im Garten oder auf dem Balkon gepflanzt?

 

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmailby feather

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.