Bienenstich – garantiert kalorienfrei

Gepostet von am Jul 29, 2013 in Allgemein, Biene | Keine Kommentare

So ein Bienenstich ist ziemlich unangenehm. Gut zu wissen, was zu tun ist, wenn man doch mal gestochen wurde.

So ein Bienenstich ist ziemlich unangenehm. Gut zu wissen, was zu tun ist, wenn man doch mal gestochen wurde.

Schmerzhaft wurde ich gestern beim Barfußlaufen auf der Wiese daran erinnert, dass Mensch und Honigbiene im Sommer vermehrt aufeinandertreffen. Passend dazu dreht sich heute alles um den Bienenstich und das Bienengift.

Ihr erfahrt:

  • Weshalb Bienen stechen
  • Wieso der Bienenstachel eine ganz besondere Waffe ist
  • Wie ihr Bienenstiche vermeiden könnt
  • Wie das Bienengift wirkt
  • Was zu tun ist, wenn man von einer Biene gestochen wir

Warum Bienen stechen

Eigentlich sind Honigbienen friedlich und tun niemandem was. Allerdings haben sie eine wirksame und faszinierende Waffe: ihren Stachel. Und der kommt hin und wieder zum Einsatz.

Nur warum stechen Bienen zu, obwohl sie von Natur aus nicht aggressiv sind? Der Grund ist, dass auch Honigbienen Feinde haben. Manche Insekten wie Wespen haben es auf den Bienennachwuchs abgesehen. Andere, wie wir Menschen, auf ihren goldenen Schatz: den Honig.

Da ist es für das Überleben der Kolonie gut, wenn man im Notfall kämpfen kann, anstatt nur zu fliehen.

Da Bienen von selbst nicht den Kampf suchen, reicht es meist aus, wenn sie wild um einen potentiellen Feind herumsummen. Ich für meinen Teil ergreife dann sofort die Flucht, denn so ein Bienenstich hat für mich und die Biene selbst ernste Konsequenzen: Er ist schmerzhaft und für die Biene immer tödlich.

 

So funktioniert ein Bienenstachel. Er dringt ein und hakt sich, dank kleiner Widerhaken, fest.

Anschaulich erklärt das Modell auf der Bienenausstellung, wie so ein Bienenstich funktioniert: Der Stachel dringt ein und hakt sich, dank kleiner Widerhaken, fest.

Der Stachel der Biene – eine Waffe mit nachhaltiger Wirkung

Auch wenn es selten zu Stichen kommt, ist der Bienenstachel etwas Besonderes. Er hat sich, im Laufe der Evolution, aus dem Eiablageinstrument der Urbiene zu einer modernen Hochleistungswaffe entwickelt.

Im Vergleich zu den meisten Stacheln anderer Insekten hat der Bienenstachel Widerhaken. Beim Stich reißt er zusammen mit Muskeln und Giftblase aus der Biene heraus und bleibt in der Haut des Opfers stecken. Von hieraus treiben ihn die noch aktiven herausgerissenen Muskeln durch eigenständige Pumpbewegungen tief in das Gewebe des Gestochenen (das war ich).

Das die Biene da keine Motivation zum Zustechen hat, kann man gut nachvollziehen.

Allerdings hat Biene noch eine zusätzliche, unangenehme Überraschung parat:

Moleküle im Bienengift markieren den Gestochenen als Feind! Jetzt wissen andere Bienen, dass es sich um einen Gegner handelt und können ebenfalls gezielt angreifen.

Auf diese Art können Bienen einem Honigdieb auch dann noch weiterverfolgen, wenn er schon das Weite gesucht hat.

 

Wie man einen Bienenstich vermeidet

Stiche zu vermeiden ist einfach. Denn Bienen stechen nie ohne Grund! Und wenn sie dann doch zustechen, liegt es meist an unserem Verhalten oder an einem Missverständnis.

Am einfachsten ist es, sich nicht wie ein Angreifer zu verhalten. Aus Bienensicht bedeutet das: sich nicht hektisch und fuchtelnd zu bewegen oder wie in meinem Fall auf die Biene zu treten.

Wer sich also ruhig verhält und nicht provoziert, hat nichts von der Biene zu befürchten.

 

Die Wirkung des Bienengifts

Das Zusammenspiel zwischen Bienenstich und Bienengift ist interessant. Je Stich pumpt der Stachel etwa 0,1 mg des Giftcocktails unter die Haut des Opfers. Dabei handelt es sich um eine komplexe Mischung verschiedener Proteine und Moleküle.

So unangenehm, wie der Stich sein mag, für die meisten ist der Bienenstich harmlos und verursacht neben Schmerzen nur eine lokale Entzündung und Schwellung. Auch wenn das Gift dazu dient, Feinde zu töten oder in die Flucht zu schlagen, von uns Menschen wird es auch für medizinische Zwecke, beispielsweise zur Schmerzbehandlung von Gelenken, genutzt.

Ernst wird es dann, wenn man zu dem einem Prozent der Bevölkerung gehört, das allergisch auf Bienengift reagiert. Hier gilt es, auf den unwahrscheinlichen Fall eines Stiches, vorbereitet zu sein. Denn dieser eine Stich kann für Allergiker tödlich sein!

 

Was also tun, wenn man gestochen wurde?

In den meisten Fällen treten nach einem Bienenstich nur Entzündungen und Schwellungen an der Einstichstelle auf und sind einfach zu behandeln:

  • Entfernt den Stachel durch seitliches Wegwischen mit dem Fingernagel (NICHT mit der Pinzette oder zwei Fingern greifen. Das würde zu einer schnelleren Entleerung der Giftblase führen).
  • Die Einstichstelle gut kühlen (da reicht Eis oder ein Kühlakku).
  • Etwas ausruhen und den betroffenen Körperteil ruhigstellen.
  • Treten größere Schwellungen auf oder lassen die Schmerzen nicht nach, unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch wenn es zu Verfärbungen kommt.
  • Bei Stichen im Bereich der Augen oder Mund den Notarzt rufen und sofort kühlen bzw. ausspülen.
  • Ist man Allergiker (um das herauszufinden, kann man einen Allergietest beim Arzt machen) unbedingt ein Gegenmittel mitführen und an die Anweisungen des Arztes halten.

Wen ihr diese Verhaltensweisen beachtet, kann eigentlich kaum noch etwas passieren. Und wenn ihr doch mal von einer Biene gestochen werdet, dann bewahrt Ruhe und haltet euch an die obigen Tipps.

Ich für meinen Teil habe daraus gelernt etwas mehr darauf zu achten, wo ich hintrete. Damit hat sich der Stich für die Bienen wohl ebenfalls gelohnt. Denn im Laufe des Sommers werde ich mehr darauf achten, wo ich gerade hintrete, was anderen Bienen das Leben retten dürfte.

So überleben mehr Bienen und ich kann bei einem Bienenstich wieder an den Bäcker um die Ecke denken.

 

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